LIE NING über den Mut zur Verletzlichkeit
Shownotes
Der Gast dieser Folge ist ein Phänomen, denn die Person, um die es heute geht erschafft mit einem bemerkenswerten Sinn für Ästhetik einen ganz eigenen, kreativen Kosmos zwischen Musik, Performance und Mode in dem es vor allem um eines geht: kompromisslose Selbstentfaltung. Der Mensch den ich diesmal treffen durfte heißt mit bürgerlichem Namen Peer Liening-Ewert und in unserem Gespräch fiel der Satz: „Ich liebe es, lebendig zu sein.“ Aus meiner Sicht ist das auch eigentlich die Blaupause für Peers gesamte künstlerische Arbeit und auch seine Persönlichkeit.
Unter dem Künstlernamen Lie Ning entstehen Songs zwischen Indie, Soul und R’n’B, die atmosphärisch dicht, aber gleichzeitig tanzbar, leicht und lebensbejahend daherkommen. Hört man aber genauer hin, entdeckt man in den Texten eine Ernsthaftigkeit und bisweilen auch Schwere, die man inhaltlich gar nicht erwartet. „An den meisten Tagen wache ich mit dem Wunsch auf, die Schönheit, die ich im Leben finde, mit anderen zu teilen. Aber wenn der Stift das Papier berührt, schleicht sich die Last der Welt ein.“
Es geht um zwischenmenschliche Dynamiken, Zugehörigkeit, Identität, Selbstfindung und um die persönlichen Erfahrungen als Queere Schwarze Person, deren bloße Existenz in dieser Gesellschaft schon zum Politikum wird. In Berlin geboren und aufgewachsen, kann Lie Ning bereits auf zahlreiche Veröffentlichungen und eine beeindruckende Karriere zurückblicken, dennoch hat Peer Deutschland inzwischen verlassen und einen Neuanfang in London gewagt, unter anderem deshalb, weil sich Deutschland einfach nicht mehr sicher anfühlt. Entstanden ist ein sehr persönliches Gespräch in dem wir über seine ungewöhnliche Kindheit in einem alternativen Hausprojekt sprechen, über die ersten Schritten in einer Musikindustrie, mit der Peer zunächst eigentlich gar nichts zu tun haben wollte, und über der Suche nach dem eigenen künstlerischen Ausdruck, gegen viele Widerstände. Außerdem reden wir über die neue EP BULLFIGHT die gerade erschienen ist, und natürlich über die Beweggründe für den Umzug und Peers neues Leben in London. Eine Triggerwarnung vorab: In dieser Episode spielen Rassismus und rassistische Diskriminierung eine Rolle - wenn dich dieses Thema in besonderer Weise betrifft, dann pass beim hören bitte auf dich auf.
Idee, Konzeption und Redaktion: JANDA // Jessica Struch Mixing: André Karius Musik: Christian Keymer Artwork: Christian Brinkmann Foto Podcast Cover: Marco Sensche Foto Episoden Cover: Ryan Tandya
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00:00:00: Hallo und willkommen.
00:00:15: Ihr hört The Other You, den Podcast über Pop-, Persönlichkeit- und Stimme.
00:00:22: Ich bin Janda und in diesem Format treffe ich Menschen aus der Popkultur die ich spannend finde Und weil ich selbst Sängerin und Songwriterin bin spreche mit ihnen über meinen Lieblingsinstrument Die Stimme.
00:00:36: Das ist ein ziemlich komplexes Thema Denn für mich ist eine Stimme vor allem der Ausdruck einer Persönlichkeit.
00:00:43: In meinen Gesprächen möchte ich deshalb herausfinden, was diese Persönlichkeit ausmacht.
00:00:48: Was sie geprägt hat und warum sie eben so klingt wie sie
00:00:52: klingt.".
00:01:01: Der Gast in dieser Folge ist ein Phänomen denn die Person um dies heute geht erschafft mit einem bemerkenswerten Sinn für Ästhetik einen ganz eigenen kreativen Kosmos zwischen Musik, Performance und Mode indem es vor allem um eines geht – Kompromisslose Selbstentfaltung.
00:01:19: Der Mensch, den ich diesmal treffen durfte heißt mit bürgerlichem Namen Pär Leaning Evert und in unserem Gespräch fiel der eindrückliche Satz Ich liebe es lebendig zu sein.
00:01:31: Aus meiner Sicht ist das auch eigentlich die Blaupause für Päers gesamte künstlerische Arbeit und vermutlich auch seine Persönlichkeit.
00:01:40: Unter dem Künstlernamen Leaning entstehen Songs zwischen Indie, Soul & R&B.
00:01:45: Die Atmosphäre sticht, aber gleichzeitig tanzbar leicht und lebensbejahend daherkommen.
00:01:51: Hört man aber genauer hin?
00:01:52: Entdeckt man in den Texten eine Ernsthaftigkeit – bisweilen auch Schwere – die man inhaltlich gar nicht
00:01:58: erwartet?".
00:02:00: Hier ein kleines Zitat von Leaning aus einem Interview mit Radio Eins.
00:02:15: Es geht um zwischenmenschliche Dynamiken, Zugehörigkeit Identität Selbstfindung und die persönlichen Erfahrungen als queer schwarze Person deren bloße Existenz in dieser Gesellschaft schon zum Politikum wird.
00:02:30: In Berlin geboren und aufgewachsen kann Peer bereits auf zahlreiche Veröffentlichen Und eine ziemlich beeindruckende Karriere zurückblicken.
00:02:38: Dennoch hat er Deutschland inzwischen verlassen und einen Neuanfang in London gewagt.
00:02:43: Deutschland fühlt sich nicht sicher an für viele.
00:02:48: Ich muss zugeben, dass ich ehrlich gesagt ziemlich nervös war als ich Pär in Berlin getroffen habe denn bisher hab' ich in meinem Podcast ausschließlich mit Menschen gesprochen die ich vorher schon persönlich kannte.
00:02:59: Meine Bedenken sind allerdings ziemlich schnell verflogen Denn Pär ist eine unglaublich herzliche und offene Person Die ich sofort ins Herz geschlossen habe Und ich denke das man das unserem Gespräch auch anmerkt.
00:03:11: Entstanden ist ein sehr persönliches Interview, indem wir über seine ungewöhnliche Kindheit in einem alternativen Hausprojekt in Berlin-Prenzlauer Berg sprechen.
00:03:21: Von den ersten Schritten in einer Musikindustrie mit der Per zunächst eigentlich gar nichts zu tun haben wollte und über die Suche nach dem eigenen künstlerischen Ausdruck gegen viele Widerstände.
00:03:33: Außerdem Reden wir über die neue EP Bullfight, die gerade erschienen ist und natürlich über die Beweggründe für den Umzug und Per's neues Leben in London.
00:03:43: Eine Triggerwarnung vorab!
00:03:45: In dieser Episode spielen Rassismus-und rassistische Diskriminierung eine Rolle.
00:03:50: Wenn dich dieses Thema in besonderer Weise betrifft dann passt beim Hören bitte auf Dich auf Bevor es losgeht.
00:03:58: noch etwas ein eigener Sache Diese Folge ist die zehnte Episode meines Podcasts.
00:04:03: Und das Ganze hier ist ein No-Budget-Projekt, für dessen Umsetzung ich einiges an Aufwand betreibe und das ist ehrlich gesagt auch der Grund warum die Folgen nur unregelmäßig erscheinen.
00:04:15: Ich möchte aber ehrlich gesagt gerne dass sich das ändert und wenn es euch auch so geht dann würdet ihr mir sehr helfen wenn ihr meine Arbeit in den Socials teilt, mir folgt oder eine Bewertung dar lasst damit dieses Kleinotier mehr Aufmerksamkeit und Reichweite bekommt.
00:04:30: Tausend Dank schon jetzt für eure Unterstützung!
00:04:33: Und nun ganz viel Spaß mit dieser Episode, vor allem Leaning.
00:04:43: Wie schön dass ich hier sein kann, dass du mich eingeladen hast in die Wohnung deiner Mama tatsächlich?
00:04:48: Ja
00:04:49: wir sind im Panko, im schönen Pankos die Sonne scheint.
00:04:52: Wir sitzen in einer kargen Küche mit Kühlschrank Hintergrundgeräusch und schönen Tulpen aus unserem eigenen Garten.
00:05:02: Wow!
00:05:04: Ich freue mich sehr, hier zu sein und dass ich auch deine Mama kennenlernen durfte.
00:05:08: gerade kurz weil die taucht so oft auf wenn du interviewt wirst oder wenn du erzählst von deiner Kindheit dann taucht deine Mama immer als großer Inspiration auf.
00:05:19: Deshalb schön das ich The Myth the Legend treffen durfte.
00:05:27: Wirklich?
00:05:28: Sehr schön.
00:05:30: Ich habe dich live gesehen, im April, da hast du in Leipzig beim Queer Music Festival gespielt was ein ganz tolles, ganz wichtiges Festival auch ist.
00:05:43: ich war einen Tag lang da und eigentlich hat mich eine Freundin dahingeschleppt und sie meinte ich will unbedingt Liningsshow sehen und so kommen mit.
00:05:52: und ich kannte dich schon weil ich dich auch über Etna wahrgenommen hatte und mir auch mal jemand erzählt hat, dass du so ein toller Artist bist.
00:06:03: Und dann dachte ich okay, ich gehe mit!
00:06:05: Dann kamst du auf die Bühne und es war komplett dunkel und es gab einen Spotlight auf dich.
00:06:11: Du hattest so ein krasses Kostüm an und hast diesen unstreitbar wunderschönen Körper.
00:06:16: Hast dich so toll bewegt und dann hast du angefangen zu singen und dann dachte Ich brauche sie in meinem Podcast.
00:06:29: Nein, ganz ernsthaft ich war total beeindruckt von dir und mehr noch als alles was du sowieso schon mitbringst also diese Körperlichkeit die Performance die Stimme von dieser Energie die Du hast und die auch sofort total eine Atmosphäre im Raum geschaffen hat Super beeindruckt.
00:06:51: und deswegen freue ich mich total, dass wir jetzt hier sitzen.
00:06:54: Ja, ich freue mich auch!
00:06:55: Und dass ich dir ein paar Fragen stellen darf.
00:06:58: Es gibt eine Sache die ich immer mit Leuten bespreche als erstes in meinem Podcast und zwar... In meinem Leben gab es wie so ne Initialzündung also so einen... Ich habe immer Musik gemacht aber es gab irgendwann so nen Punkt wo ich wusste das ist der Beruf den ich machen will.
00:07:15: Ich will Sängerem sein.
00:07:17: Gab es in deinem Leben einen Punkt wo du wusstest?
00:07:20: Ich will singen.
00:07:23: Ja, ich glaube zwei.
00:07:26: Vor zwei Tagen war ich in der Deutschen Oper und hab ein Profil gedreht mit dem Magazin Fluter.
00:07:35: Und wir waren in der deutschen Oper weil ich mit zehn Jahren dort Statist war für das Stück Porgyn Bass von Gershwin.
00:07:46: Der Cast war aus Südafrika alle schwarz weil das Stück auch spezifisch für schwarze Stimmen geschrieben wurde.
00:07:54: Und das war mein erster sehr bewusster Kontakt mit einer Community, deren
00:08:01: Sprache
00:08:02: ich nicht sprach zu dem Zeitpunkt.
00:08:04: Englisch war nicht meine erste und auch nicht meine zweite Sprache.
00:08:08: Und trotzdem gab es eben diese Kommunikation durch Musik und durch Menschlichkeit und durcheinanderzukommen.
00:08:18: Diesen einen Moment in dem Stück, in dem mein Vater stirbt und ermordet wird.
00:08:26: Und meine Mutter, die Aria singt My Man is Gone Now.
00:08:32: Es ist eine der schönsten Arias meiner Meinung nach in Operngeschichte so berührend.
00:08:41: Ich wurde damals gebeten zu Wein und ich war zehn Jahre alt Vorschelungskraft, dass ich da jeden Abend irgendwie Tränen erzeugen könnte.
00:08:52: Ich
00:08:52: sag krass, dass mein Kind darum bittet.
00:08:53: Ja,
00:08:53: so was gesagt.
00:08:56: Und dann drückte mich die Sängerin jedes Mal in ihren Körper rein, weil so ein Lied zu singen erfollert so viel Kraft und so eine Körperlichkeit diese Töne aus dem Körper rauszubringen und nach vorne zu projizieren.
00:09:14: Und sie hat mich wirklich auch als Stütze genutzt und gleichzeitig aber auch als emotionale Stützer, weil in dem Moment hat sie es geschafft, als schauspielende Person oder singende Person sich in diese Emotionen wirklich hineinzusetzen.
00:09:27: Und jeden Abend aufs Neue musste ich weinen, weil's mich so sehr berührt hat und weil ich so sehr verstanden habe was für eine Kraftmusik besitzt.
00:09:40: Und ich glaub, das hat mir auf jeden Fall sehr stark die Augen für Musik geöffnet.
00:09:44: Aber noch nicht den Weg geebnet, dass sich selber Interesse hatte da so reinzugehen.
00:09:49: Das kam später ... Meine beste Freundin hat mich mehr oder weniger dazu animiert, gezwungen Musik zu machen weil sie meine Stimme mochte und ich hatte nicht so richtig eine Ahnung was ich machen sollte und war so okay, dann probiere ich es jetzt aus und gehe jetzt irgendwie in dieses Studio Musiker aus Irland, Craig Walker zusammengearbeitet und bin immer wieder in sein Studio reingegangen ohne wirklich zu wissen was ich da mache.
00:10:18: Und irgendwann im Laufe dieser Zeit habe ich einfach gemerkt wow!
00:10:22: Da ist etwas das ich entdecken muss.
00:10:26: und es war gar nicht so dass ich dachte oh ich bin darin gut und ich möchte das machen sondern ich hatte dieses Entdeckergefühl von oder es ist noch was, was ich nicht kenne und ich möchte mich da reinsetzen.
00:10:39: Ich möchte das erforschen und mehr
00:10:41: lernen.".
00:10:43: Und ich glaube, dass hat mich so sehr angetrieben.
00:10:44: Das ist auch immer noch das, was mich antreibt nach... Vor allen Dingen nach abgeschlossenen Projekten, nach jeder IP, nach jedem Album.
00:10:51: Merke ich so ... Da ist immer noch etwas, was sich noch nicht gesehen habe oder gehört haben und weiß, dass das aber da ist.
00:11:01: Es klingt, als ob du so eine Form von Selbstwirksamkeit erfahren hast im Studio.
00:11:06: Ja genau.
00:11:09: Ich gebe die Möglichkeit etwas von innen nach außen zu bringen.
00:11:14: Schön!
00:11:14: Wenn du an deine Kindheit zurückdenkst, welche Musik und speziell welche Stimmen kommen dir als Erstes in den Kopf?
00:11:32: Afrobeat Musik, meine Mom hat meinen Vater in Togo Kängeland weil sie dort gearbeitet hat und hat ganz viel Musik aus Westafrika mitgebracht.
00:11:41: Ich glaube das haben wir sehr viel gehört.
00:11:42: Zeed ich war auch vielen Zeed-Konzerten als Kind Und dann aber auch in dem Hausprojekt nämlich aufgewachsen bin.
00:11:50: einfach so eine krasse Mischung an A damals irgendwie so Weltmusik Radio Blah.
00:11:57: ich finde den Namen furchtbar aber egal Einfach ein Mix aus verschiedenen musikalischen Ursprüngen.
00:12:06: Und dadurch, dass die Personen in dem Haus aus verschiedensten Ländern kamen, haben sie auch verschiedene Musik mitgebracht.
00:12:12: Das heißt es kam alles so ein bisschen zusammen und plus das Haus war in einem gleichen oder die WG, das Hausprojekt war im gleichen Haus wie der Club Ausland.
00:12:25: Und Ausland ist bekannt für
00:12:26: experimentellere
00:12:28: Großartige.
00:12:31: Ja.
00:12:32: Und bekannt für experimentelle Musik, das heißt ich habe super früh auch schon ganz viel sehr experimentelle Musik gehört und auch sehr wertgeschätzt weil es so atmosphärisch sein kann und einen nochmal anders Dinge fühlen lassen kann.
00:12:51: Also deine Biografie ist auf eine Art künstlerisch man kann es sich eigentlich nicht ausdenken.
00:12:58: Das ist echt verrückt.
00:13:01: Ich hab natürlich auch in den Interviews, die du gegeben hast schon viel darüber gelesen, dass du in so einem sehr unkonventionellen Umfeld groß geworden bist.
00:13:08: Dass deine Mama Rita als junge Designerin nach Berlin zog und ein Hausprojekt mitgegründet hat im Prenzlauer Berg.
00:13:17: Dass dort Menschen aus aller Welt zusammen kamen abends wurde gemeinsam gegessen und getanzt Und Du hast auch mal gesagt das du dadurch Musik etwas enorm Gemeinschaftsstiftendes begriffen hast.
00:13:32: Was hast du denn in dieser Zeit gelernt oder was hast du aus dieser Zeit im Hausprojekt mitgenommen, was du heute in Leaning wiederfindest?
00:13:43: Ich glaube die Brücke zwischen verschiedenen Kunstformen vor allen Dingen auch im spezifischen Tanz und wie wichtig Tanz für Musik ist und andersrum weil aus Bewegungen steht und ich glaube, fern von professionellen gelerntem Tanz-Ballett
00:14:07: etc.,
00:14:08: ist gerade auch so im Contemporary lehnt sich alles an Bewegungen an die wir im Alltag machen.
00:14:15: Und die im Extrem und wiederholten und genau angeschaut haben.
00:14:22: Das ist so wahnsinnig schön weil das immer Kontakt bedeutet und Gespräch bedeutet.
00:14:29: Und so wie wir uns in unserem Alltag bewegen, bewegen wir uns ja immer in Bezug zu Raum, zu Objekten, zu anderen Menschen.
00:14:40: Das bedeutet es ist immer eine Konversation, ein Tanz eben.
00:14:44: Und Tänzerinnen oder auch alle anderen Menschen die sich bewegen bewusst bewegen nutzen diese Formen um sich auszudrücken und das dann mit Musik zu verbinden oder in Musik zu übersetzen.
00:15:01: Oder andersrum finde ich ist eine Sache die für mich und für das Projektlinien wahnsinnig wichtig
00:15:07: ist.
00:15:09: Und du bist ja auch einem ziemlich weiblichen Umfeld groß geworden, wenn ich richtig verstanden bin?
00:15:15: Das hat ja auch irgendwie einen Einfluss darauf wie du wie du gender siehst und wie du dich selber vor Ort ist da drin.
00:15:22: oder
00:15:22: Ja auf jeden Fall Ich würde sagen Die Frauen in meinem Leben sind einfach extrem prominent gewesen.
00:15:29: Ich bin aufgewachsen mit einer alleinerziehenden Mutter, die nun wahnsinnig tollen Job gemacht hat.
00:15:34: Ihre Mutter oder ihr Vater ist sehr früh gestorben.
00:15:37: Das heißt ihre Mutter hat auch früh die Familie unterstützt.
00:15:43: Meine Tante und meine Tanten und meine Kusinen sind alle wahnsinnigt starke und charismatische Personen so um nicht... zu sagen, dass die Männer in der Familie das nicht auch sind.
00:15:57: Aber einfach nochmal anders einprägsam für mich spezifisch und auch im Hausprojekt.
00:16:03: wir waren damals gab es die Regel fünfzig-fünfzig.
00:16:09: Das war schon paritätisch.
00:16:12: Und es hat sich aber nie so angefühlt.
00:16:15: Es hat sich immer so angeführt als gäbe es viel mehr Frauen weil sie innerhalb des Hausprojekts wie ich es wahrgenommen habe sehr viel Prominenter waren, sehr viel proaktiver.
00:16:27: Und ich meine es ist kein Wunder mehr Rollen übernommen haben im Alltag
00:16:31: etc.,
00:16:31: also so Mehrkehrarbeit, Gespräche gesucht haben, Konversation geführt haben und geleitet haben.
00:16:44: Klar auf jeden Fall!
00:16:45: Wenn du das so aufwächst und siehst dann hinterfragst du doch total oder ich habe als Junge total interfragt, in was für eine Rolle ich stehe und in was von mir erwartet wird.
00:17:03: Die nicht von meinem direkten Umfeld erwartet wurde aber im Schulkontexten, außerhalb des Hauses quasi immer wieder diese Idee von einem Jungen auf mich drauf gesetzt wurde oder versucht wurde darauf zu setzen und ich immer wieder war her.
00:17:19: Aber das ist ja gar nicht das, was ich so spannend finde anziehend und inspirierend.
00:17:25: Und
00:17:26: was du so kennst auch einfach.
00:17:28: Das habe ich mich auch gefragt, als Kind ist er der Ort, an dem wir groß werden in der Maßstab und auch unsere Normalität aber... Du bist ja auch irgendwann in die Schule gekommen und dann musst dir ja ab einem gewissen Punkt klar geworden sein dass nicht alle Kinder in Hausprojekten groß werden.
00:17:44: War das ein Schock für dich oder wie war es?
00:17:47: Ich glaube, es war für mich immer viel weniger einen Schock als andersrum.
00:17:52: Und ich glaube, dass ist einfach so eine generelle Offenheit dafür, dass es einfach unterschiedliche Lebensvorstellungen gibt, die ja auch innerhalb des Hausprojekts immer wieder repräsentiert waren.
00:18:02: Also manche Leute waren mehr an Gemeinschaft interessiert und dann brauchten mehr Privatsphäre
00:18:07: etc.,
00:18:07: also es war klar, dass wir einfach anders leben klassischen Haushalt aufgewachsen und das habe ich mein ganzes Leben auch gesehen.
00:18:18: Das heißt, ich kam in die Schule und war so ah ja cool ihr macht es so toll komme ich gerne vorbei.
00:18:23: und aber andersrum war dieser Schock.
00:18:25: wie kann das denn sein?
00:18:26: Und wie geht das?
00:18:28: Und ich glaube gerade am Anfang Grundschule ist einfach easy weil wir Kinder waren Kinder sind und man alles eher ein bisschen wie den Schwamm einfach aufnimmt dass der Konflikt passierte dann in der weiterführenden Schule mit der Jugend, Teenager sein.
00:18:48: Wo glaube ich Leute dann viel aktiver die vorgelebten Rollen der Eltern versuchen zu übernehmen und sich da so ein ganz bisschen anpassen und dann anders hinterfragen?
00:19:00: Das war so einen Bruch wo
00:19:01: ich
00:19:02: auf jeden Fall auch zwei Jahre eher Schwierigkeiten in der Schule hatte.
00:19:07: Aufgrund von verschiedenster Dinge.
00:19:09: So mein Schwarzein, meine Cousine etc... Aber auch dieses alternative Leben.
00:19:14: Und gleichzeitig waren Leute daran interessiert und wollten nur mit ihm kommen, und wollten in der Community sein oder da...
00:19:20: Also du wolltest wahrscheinlich noch mehr geaddert sozusagen
00:19:23: durch
00:19:24: diese Art wieder aufgewachsen bist also ohnehin schon als schwarze Person im weißen Kontext?
00:19:29: Ja und auch aufgrund dessen wie ich über Themen gesprochen habe und keine Angst hatte zum Beispiel früh über Sexualität zu reden weil ich das ja auch mit anderen Erwachsenen in meinem Hausprojekt gemacht habe und es was normales war.
00:19:43: Und auch nicht was peinliches oder unangenehmes, aber für alle um mich herum war's jetzt ordentlich.
00:19:51: Das sagt man doch nicht!
00:19:56: Hast du jemals Gesangs- oder Instrumentalunterricht gehabt?
00:19:59: Ich hab Gitarre gelernt... also... ich hatte Gitarrenunterricht Sagen wir so.
00:20:06: Ist du
00:20:06: auch eine Singer-Songreiterin, wie ich?
00:20:11: I wish!
00:20:12: Ich kann vielleicht noch fünf Akkorde spielen.
00:20:15: Das reicht.
00:20:17: Alle Beatles Songs.
00:20:18: Schau dir Bob Dylan an.
00:20:19: Du kannst ein paar ordentliche Protestsongs damit machen.
00:20:25: Ich habe mich aber früh davon auch ein bisschen gelöst weil ich nicht besser wurde oder auch kein Interesse daran hatte besser zu werden Und ich gemerkt habe, im Song schreiben hat mich das so sehr eingegrenzt.
00:20:37: Dadurch dass sich nicht auf dem Instrument andere Sachen spielen konnte... ...habe ich immer wieder ähnliche Melodien geschrieben mit ähnlichen Themen und ich weiß auch, ich will nicht diese Singer-Songwriterie traurigen Balladen schreiben.
00:20:50: Das ist just noch nie!
00:20:53: Aber es muss ja Gesang gegeben haben in deinem Leben schon bevor du
00:20:58: selber
00:20:58: gesungen hast?
00:20:59: Also bei mir ist es so, dass ich als Kind ... richtig singen geübt habe, ohne das aber zu wissen.
00:21:06: Also meine Eltern hatten Schallplatten von Stevie Wonder und Ray Charles... ...und Aretha Franklin die ich einfach super viel gehört hab.
00:21:15: Und ich habe das dann schon auch richtig geübte auf einer Art.
00:21:18: Hey!
00:21:18: Das sind Stimmen?
00:21:23: Ja, das stimmt total.
00:21:24: Aber auch so Läufe und diese Onamente und Sohne die Aretha also... Ich habe das natürlich als Kind irgendwie probiert zu imitieren.
00:21:32: Hast du das auch gemacht?
00:21:36: Ich bin mir sicher schon, meine Mom ist im Chor gewesen.
00:21:39: Das fand ich immer toll und ich hab es sehr geliebt in der Kirche zu singen.
00:21:45: Wir waren nicht oft dort aber an Weihnachten und so habe ich das immer gelieb... ...in der Gemeinschaft sozusagen.
00:21:52: Fand ich immer toll!
00:21:53: Ich weiß aber auch dass es einen Moment gab in der Schule im Musikunterricht wo ich sehr gerne gesungen habe.
00:22:03: Lied stimmen.
00:22:04: Ich war damals auch so pran und das gab aber einen Moment, wo der Smobbing auf jeden Fall auch da in die Richtung gegangen ist, dass ich quasi nicht singen sollte.
00:22:18: Das heißt für mich ist es deswegen manchmal nicht ganz so prominent mehr weil eigentlich glaube ich sehr starkes Bedürfnis hatte zu singen und mich immer wieder auf die Bühne bewegen wollte.
00:22:27: Aber wusste, dass es im sozialen Kontext für mich gerade einfach positiv sein aussehen würde.
00:22:35: Das heißt, sie hat mich davon auch ein bisschen getrennt ab der Jugend und
00:22:40: so.
00:22:40: Selina Bostik, die ja auch in meinem Podcast war, hat mir damals erzählt dass sie gerne gesungen hat aber das immer vor sich selber so negiert hat weil sie diese rassistischen Zuschreibung nicht entsprechen wollte.
00:22:52: Dass man halt als schwarze Person ganz toll singen kann.
00:22:56: Hat das bei dir auch eine Rolle gespielt?
00:22:58: Nee gar nicht.
00:23:00: Ich glaube, wenn überhaupt im Gegenteil das ist.
00:23:03: Manchmal dachte ich auch, ich wäre voll gerne in so einer Black Church aufgewachsen oder so irgendwie.
00:23:09: Wie bist du denn am Ende jetzt doch in der Musikindustrie gelandet?
00:23:11: Du hast ja gesagt, du bist dann einfach ins Schulgang und hast rumprobiert... ...ich habe auch was gelesen, du hast Kulturwissenschaften studiert,... ...du wolltest Storyboardzeichner werden!
00:23:19: How In The World!
00:23:23: Und an Musik hattest du nicht so großes Interesse oder du warst eher nicht so motiviert dazu.
00:23:28: Ja, meine Leidenschaft war Zeichnen.
00:23:30: Ich habe so viel gezeichnet und gemalt...
00:23:32: Machst du das noch?
00:23:33: ...viel weniger.
00:23:34: Ich will jetzt wieder ein bisschen da zurückkommen.
00:23:36: Ich glaube es ist oft so wenn dich von etwas verabschiedest dann brauchst du erstmal eine Pause davon.
00:23:44: Ja ich bin dann wie gesagt durch Mia zu diesem oder ihr.
00:23:49: Mias Mutter ist Regisseurin und arbeitet mit einem Sound Designer Produzenten zusammen Und Mia hat uns zusammengebracht und wir hatten einen Essen gemeinsam.
00:24:01: Und er hat mich dann Crack Walker vorgestellt, die Musiker.
00:24:04: Der war sofort so.
00:24:05: wow!
00:24:05: Wir müssen was zusammen machen und haben ziemlich direkt am Anfang den Song All Right geschrieben wirklich basically in den ersten paar Wochen, in denen ich immer mal wieder an dieses Studio gekommen bin.
00:24:17: Und der hat irgendwas in mir gesehen und hat immer wieder gesagt komm vorbei, können wir schreiben?
00:24:23: Kommen wir machen was?
00:24:26: aufregend und innerhalb von ein paar Monaten haben sich bei mir Labels gemeldet.
00:24:33: Und weil ich nicht so richtig wusste, was ich mit mir anfangen sollte in der Zeit, weil ich mich an der UDK beworben habe für visuelle Kommunikationen und nicht genommen wurde und das aber seitdem ich keine Ahnung zwölf war oder so mein Traum war und ich da so hingearbeitet habe, war ich so ein bisschen lost in derzeit und dann kam halt diese Label an Fragen und ich war so okay vielleicht Vielleicht ist das etwas, was ich mache.
00:24:58: Warum nicht?
00:24:59: Und dann haben die Labels quasi dir so Inspiration oder Vorschläge gemacht, wo es musikalisch hingehen könnte.
00:25:08: Kann ich mir das so vorstellen?
00:25:11: Sehr nett vor mir.
00:25:14: Das Einzige, was du mal am Rande ganz leise erwähnt hast in einem Interview, dass es mal deutsche Themas gab... ... die du unterstrengend auf den Verschluss hältst.
00:25:29: Es gibt eine Handvoll Menschen, die auf jeden Fall noch was in ihren Archiven haben
00:25:34: und
00:25:34: nicht damit entfassend sind.
00:25:36: Nein das werde ich
00:25:37: bestimmt nicht machen!
00:25:40: Das heißt du hast sozusagen ein bisschen rum experimentiert bzw auch Sachen ausprobiert im Rahmen... Und dann ist deine erste IP entstanden.
00:25:51: Traffic Songs for the In-Betweens.
00:25:55: Ich hab die gehört und ich habe so gedacht, damals war deine Musik irgendwie noch viel, viel reduzierter.
00:26:02: Ganz viele Raum ganz viele langsame Tempi irgendwie sehr fragil bisschen zerbrechliche Vocals So Einflüsse aus Indie Ambient New Soul.
00:26:11: Wenn du heute auf diese Platte schaust was denkst du dann wenn Du die hörst?
00:26:16: Also auf der Tour die ich jetzt gerade gemacht habe habe ich Tonight nicht mehr gespielt weil ich den sehr liebe Weil er wichtig ist und meine Freundschaft mit zu mir betont und aber gleichzeitig auch einfach sehr alt ist für mich.
00:26:32: Und auch vom Sound her, ich glaube, ich müsste mich hinsetzen und denen nochmal neu denken und in ein neues Sound-Kostüm bringen um den wieder auf die Bühne zu bringen.
00:26:44: Ich bin auch sicher das es passieren wird weil ich jetzt gerade mit einer ganz tollen Piano spielen in Person zusammen arbeite aus dem Jazz kommt Wolle und wolle ganz, ganz spannende Ideen für musikalische Inszenierungen hat.
00:27:01: Das heißt wir gehen da bestimmt noch mal rein und es verändert sich gerade ganz viel die IP selber.
00:27:06: Ich bin sehr dankbar für die IP Die ist so unschuldig Und ich liebe es dass sie existiert weil sie halt einfach etwas zeigt was so war Und wahr ist und ich habe sehr viel Liebe dafür und würde sie mir jetzt aber zum Beispiel nicht mehr selber
00:27:23: anhören
00:27:24: Ja.
00:27:25: Also du kannst dich gar nicht mehr so stark identifizieren mit der Person, die du damals warst?
00:27:31: Kann man das sagen?
00:27:32: Ja ich bin immer noch diese Person aber habe mich einfach extrem weiterentwickelt und persönlich und musikalisch und ja finde manches auch ein bisschen langweilig Weil ich auch thematisch überhaupt noch nicht wusste, wie bringe ich etwas aufs Blatt?
00:27:54: Wie kann ich Themen übersetzen so dass sie für mich eine Stimmung erzeugen die ich wirklich nach draußen bringen möchte.
00:28:01: Ja dein Songwriting hat sich sowohl was die Melodien angeht also die Komplexität als auch deiner Texte nochmal total entwickelt aber es ist trotzdem schon bemerkenswert wenn man eben bedenkt du keine Musikalische Ausbildung in dem Sinne genossen hast.
00:28:19: Das kam ja auch aus dir einfach raus, aus dem Prozess und wahrscheinlich ... In der Zusammenarbeit auch.
00:28:25: Du hast mal gesagt, ich hab keine Lust das einfache Pop-Game zu spielen, sondern ich möchte was machen mit Substanz!
00:28:34: Und ich frage mich jetzt ob da ein Gedanke war, der so nach der ersten EP in dir gereift ist?
00:28:41: Oder den vorher schon hattest vielleicht?
00:28:44: Also erst mal, ich glaube wann auch immer ich das gesagt habe hatte ich überhaupt keine Ahnung was das Pop Game ist und wie die Industrie aussieht.
00:28:52: Und was es da so mit rein spielt.
00:28:56: Ich war auf jeden Fall sehr naiv und bin auch extrem dankbar dafür dass ich so naiv war weil ich nicht diesen...ich hatte einfach nie einen Popstar Traum.
00:29:08: dachte nicht, oh mein Gott ich möchte Weltstar sein.
00:29:10: Ich möchte irgendwie die großen Bühnen spielen und da da da und möchte all bekannt sein.
00:29:15: Das waren nicht die Motivationen hinter dem was ich gemacht habe.
00:29:19: Ich hatte wie gesagt einfach ein Interesse daran mich mit Musik auseinander zu setzen.
00:29:23: Ich hätte das Gefühl dass wir haben einen Verhältnismusik und ich Und das ist irgendwie ein entspannendes Verhältnis und ich möchte das eingehen und ich hab interesse daran Themen zu behandeln Die mir Persönlich, als schwarze queer Person wichtig sind und mit Anfang zwanzig war das sehr gewichtig.
00:29:43: Wie du vorhin schon gesagt hattest ich habe Kulturwissenschaft studiert an der Humboldt und war so ganz nahe an politischen Themen und politische Auseinandersetzungen Und auch wie die abstrahiert irgendwie in nem philosophischen Rahmen kommuniziert und gedacht werden und dachte okay Das ist meine Aufgabe.
00:30:02: Ich gucke mir die Pop-Landschaft in Deutschland an und sehe keine schwarze Person, ich sehe keine queere Person oder sehr wenige.
00:30:12: Und da möchte ich rein.
00:30:14: Und das war glaube ich so mein Agenda.
00:30:18: Ich will nicht dieses langweilige gerade im deutschen Raum reproduzieren von Dingen, die woanders schon stattfinden oder in der Vergangenheit gut funktioniert haben sondern ich möchte neue Themen... ... ins Spielfeld mit reinbringen.
00:30:33: Ich glaube, heute bin ich an einem anderen Punkt auf jeden Fall.
00:30:37: Heute sieht es, würde ich anders darauf
00:30:39: antworten.
00:30:40: Okay, übrigens ein Zitat gewesen aus dem Esquire...
00:30:43: Ah ja!
00:30:44: Ja, ja, ja.
00:30:44: Ich weiß
00:30:45: nicht wann das war, da hat mich dahinter geschrieben aber wahrscheinlich schon eine Weile her.
00:30:48: Aber wann hat denn so dieser ganze Bereich Fashion-Mode einer Rolle gespielt in deinem...
00:30:57: Mode immer schon?
00:30:58: Meine Mama ist Mutte-Designerin.
00:31:00: Und ich bin in den Räumen aufgewachsen, weil sie wie gesagt alleinerziehend ganz viel arbeiten musste auch.
00:31:17: Bin ich häufig nach der Schule dann mit noch ins Atelier und hab irgendwie zwischen den Stoffen und den Nadeln mich selbst beschäftigt Und fand es immer auch ganz toll.
00:31:29: Ich hab die Atmosphäre geliebt, wie da was geschaffen wurde.
00:31:33: Weißt du so?
00:31:35: Die machen aus einem dimensionalem Stück Stoff eben zu dreidimensionale ... Oder zweidimensionalem Stückstoff drei-dimensionale Formen, die dann an Menschen stattfinden.
00:31:48: Wie gesagt oder noch mal ist das ein Gespräch, es sind Dialogs... Das ist auch in Mode der Fall und gerade in Mode vergessen viele Leute, was das für eine Historie hat.
00:32:00: Und wie wichtig es ist, weil sich Mode immer wieder verändert – auch im Mitspiel von Politik und Gesellschaft
00:32:08: etc.,
00:32:09: und immer wieder etwas zu widerspiegelt.
00:32:11: Wenn du das verstehst, macht das so viel Spaß, um zu spielen!
00:32:14: Ich glaube, dass habe ich ganz früh von meiner Mama gelernt, weil sie auch eine sehr überzeugte Feministin immer schon gewesen ist diese Themen für Sie immer auch eine große Rolle gespielt haben und sie, die an mich weitergegeben hat.
00:32:29: Und das dann in meiner eigenen Person aufzunehmen und zu wissen okay ich kann nicht nur mit meiner Stimme, nicht nur meinem Ausdruck sondern auch mit dem was ich trage eine Geschichte erzählen.
00:32:42: Ich kann ihn noch weiterspannen und vor allem kann ich Menschen mit reinlassen weil ich das nicht alles selber mache.
00:32:48: Kann ok nähen aber jetzt auch nicht großartig gut.
00:32:51: Und das bedeutet, ich kollaboriere mit Menschen die noch mal einen anderen Blickpunkt haben.
00:32:55: Die meine Geschichte noch weiter erzählen und spinnen und damit irgendwie dieses Projekt bereichern können.
00:33:03: Arbeitest du wenn Du jetzt ein neues Projekt hast wie zum Beispiel Deine aktuelle Platte?
00:33:10: Und Du spinnst die Kampagne drum herum.
00:33:12: Du machst diese ganzen visuellen Dinge.
00:33:15: Setzt Du Dich dann selber hin zeichnest was?
00:33:18: Hast Ideen... Machst irgendwo ein Pinterest-Bord und gehst dann damit auf Mode DesignerInnen zu oder Leuten mit Stylistinnen, denen zusammenarbeitest?
00:33:28: Oder vielleicht sogar sprichst du mit deiner Mama drüber.
00:33:30: Ja.
00:33:31: Oder kommen die Ideen komplett aus dir selber?
00:33:34: Ja im besten Falle oder in vielen Fällen fängt es schon viel früher an.
00:33:38: Utopia zum Beispiel das Album hat als eine visuelle Geschichte begonnen.
00:33:43: ich habe einen Drehbuch geschrieben für den Kurzfilm Dann angefangen mit Fotografinnen Schutz zu machen, die dieses Drehbuch widerspiegeln.
00:33:58: Das Cover von der Utopia-Platte ist entstanden bevor es einen Song gab.
00:34:03: Ich hatte schon diese ganzen visuellen Ebenen geschaffen und bin dann damit ins Studio gegangen und habe gesagt so sieht das aus, so ist die Geschichte.
00:34:13: jetzt müssen wir den Klang des Klangerösters dazu entwerfen.
00:34:18: Das ist entstanden, weil ich A. das spannend finde und mir das selber hilft zu visualisieren und Sound zu visualizieren und B., weil ich nicht gelernte Musiker bin und mir häufig die Sprache fehlt zu erklären was ich genau möchte oder mir gefehlt hat und dass mir diese visuellen Stützen geholfen haben, das besser zu kommunizieren und zu sagen, guck mal, so musst du dir das vorstellen.
00:34:48: Das ist die Emotion
00:34:48: dahinter.".
00:34:50: Und das hat sich verändert, weil ich jetzt inzwischen auch mit MusikerInnen arbeite, die extrem gut sind in dem was sie machen und verstehen.
00:34:56: irgendwie eine drummende Person, die versteht wenn ich sage Ich möchte die und die Emotionen.
00:35:01: aber das gleiche Spiel kann diese Person technisch gleiches Spiel eine Emotion reinlegen und es verändert den Klang des Sounds so schön ist, mitzubekommen.
00:35:14: Und ich jetzt auch einfach nur noch mit sehr wenigen produzierenden Personen arbeite die mich schon lange kennen.
00:35:20: und das heißt wir haben eine gemeinsame Sprache gefunden.
00:35:22: Uns gibt es eine Basis auch schon auf der man immer wieder...
00:35:26: Aber ich dikt hier nie!
00:35:27: Ich habe immer klare Ideen, klare Vorstellungen aber für mich ist Kooperation nur dann interessant wenn alle Personen ihre eigenen Gefühle und Geschichten mitteinbringen können.
00:35:40: Nur dann entsteht etwas Unerwartetes und nur dann entstehen etwas Neues.
00:35:44: Wenn ich alles diktiere, ist es langweilig und ich finde es selber auch nicht spannend.
00:35:51: Aber ich habe schon in der Eindruck, dein Körper ist wirklich eine Art Leinwand auf der versucht wird das was du musikalisch machst noch mal visuell abzubilden auf einer Art Es ist total spannend und es ist total stimmig auch und super zeitgemäß Weil die Leute haben so wenig Zeit, sich mit Sachen zu beschäftigen.
00:36:12: Und das was du machst, guckt man sich an und dann weiß man einfach okay ist klar.
00:36:15: Das
00:36:17: freut mich sehr dass du sagst ich glaube für mich jetzt auch in dem neuen Albumprozess ist es total wichtig eine ganz klare Schiene zu bauen nochmal noch klarer im Ausdruck und in dem was ich eigentlich mache vor allen Dingen auch für soziale Medien weil sie sind wichtig.
00:36:36: Aber ich habe das Gefühl, wir produzieren die ganze Zeit in Richtung der Jugend.
00:36:41: Und es gibt die ganzezeit darum, die Jugend zu spielen.
00:36:44: und ich mache aber keine Musik für Jugend.
00:36:47: Ich mache Musik für erwachsene Menschen Und ich muss da, glaube ich, Klarheit für mich auch finden und sagen.
00:36:52: Ich mache das für Personen die schon eine Weile gelebt haben, die Erfahrung gemacht haben.
00:36:57: Mit denen möchte ich mich verbinden.
00:36:58: wenn Jugendliche das interessant finden und Bock darauf haben hey geil ihr seid voll gerne am Start!
00:37:04: Ich freue mich aber das ist nicht der Grund und es ist nicht meine Perspektive.
00:37:09: Da möchte ich nochmal klarer werden und ich finde so Leute wie Sarah Larsen gerade extrem.
00:37:15: Ich bin so ein Fan irgendwie seit diesem Jahr, weil sie dieses Jahr oder mit dem letzten Album es geschaffen hat eine ganz klare Welt zu bauen und du setzt dich miteinander und weißt sofort über die Outfits, die Bühnenpräsenz, die Songs, die Vocals, die Kooperation.
00:37:38: das ist dieses Projekt und das möchte ich für das neue Album machen.
00:37:44: Ja, ich hab mich auch ein bisschen adept gefühlt.
00:37:46: du hast mal gesagt im interiorenen publikum ist weiblich und in den vierzigern dann dachte ich bin was besonderes voll auf dich reingefallen.
00:38:03: ja um noch mal darauf zurückzukommen es ist einfach total das privilegte so aufgewachsen bis wie du aufgewachsen bist.
00:38:08: ne weil ich auch erlebe dass eben ganz vielen musikschaffenden menschen ... diese visuelle Komponente total schwer fällt.
00:38:16: Also gerade in diesem indie Singer-Songwriter-Bereich, in dem ich so unterwegs bin und es fällt einfach krass hinten runter.
00:38:24: Das wird einfach... Es hat wenig Reichweite, es wird wenig wahrgenommen.
00:38:27: oft man muss schon sehr danach suchen weil das so nieschig ist Und es gibt so wahnsinnig viel davon und du stichst einfach raus damit.
00:38:35: Und es hat in deinem Fall auch direkt einen internationalen Taste Ja, weil sie auch aus dem internationalen
00:38:43: Kontext kommen.
00:38:44: Ich bin ja genau mit internationalen Personen aufgewachsen und ich glaube es kommt nicht von irgendwo her.
00:38:50: Auch die Entscheidung auf Englisch zu singen war für mich so eine einfache Entscheidung, weil ich wusste dass die Menschen, die mich inspirieren in meinem Leben sprechen halt viele nicht Deutsch Und ich möchte aber die Songs über sie schreiben und für sich schreiben.
00:39:05: das heißt ich brauche eine Sprache die das verbindet keinen Sinn ergeben.
00:39:10: Ja, das glaube ich.
00:39:12: Das kann ich sehr gut nachvollziehen.
00:39:14: Das geht mir auch so.
00:39:16: Wobei ich auch immer denke vielleicht, ja vielleicht mache ich auch noch mal eine deutsche Platte.
00:39:19: Ich auch!
00:39:20: Man sollte sich das nicht versagen weil es ist doch nochmal sozusagen in deiner Muttersprache zu singen ist einfach was anderes.
00:39:29: Voll und also ah das und das verändern sich gerade für mich weil ich merke dass englisch das englische teilweise manchmal fließender ist für mich als das deutsche.
00:39:39: Ich arbeite und lebe nur noch auf Englisch eigentlich.
00:39:42: Aber ich finde die Sprache auch einfach toll, ich liebe die deutsche Sprache!
00:39:47: Und ich liebe es was man damit machen kann... ...und ich liebe den Humor, den es im Deutschen auch gibt,... ...der nie wahrgenommen wird aber der so existiert und toll ist.
00:39:58: Und ich möchte unbedingt viel mehr darauf Deutsch schreiben.
00:40:01: Auf meiner Switchop-IP habe ich einen Song Angst, der erstmal auf Deutsch eigentlich ursprünglich entstanden ist.
00:40:08: den ich dann auf Englisch übersetzt habe.
00:40:11: Auf dem neuen Album kann ich schon mal tisern, gibt es ein Intro in dem es Deutsch und Französisch auch geht.
00:40:18: Und Englische.
00:40:19: Bist du mit Französischen auch aufgewachsen?
00:40:21: Ja das war meine zweite Fremdsprache.
00:40:23: Also erste Fremdsprache aber mein Vater ist aus Togo und spricht Französische.
00:40:29: deswegen...
00:40:32: Ich hab jetzt versucht deine Diskographie bisschen zu verfolgen und ich fand es gar nicht so leicht
00:40:38: weil
00:40:38: du einfach Total viel veröffentlicht hast seit deiner ersten ip.
00:40:43: Und ich manchmal gar nicht so genau wusste, wo gehört jetzt dieses Single hin?
00:40:45: Man kam die jetzt raus.
00:40:47: Ich habe es versucht einigermaßen chronologisch ... So ein bisschen reinzuhören aber das ist mir gar nicht immer so gelungen.
00:40:53: Wie war denn der diese Zeit zwischen deiner... Ersten ip und deinem Album utopia was zwanzig dreinzwanzig glaube ich rauskam?
00:41:02: ne wie hast du dich in der zeit musikalisch stimmlich entwickelt?
00:41:07: Also erst mal habe ich die IP mit einem damals sehr, sehr engen Freund Flo geschrieben.
00:41:13: Die erste?
00:41:15: Und dachte wir würden gemeinsam als Team quasi...
00:41:20: Lenn McCartney-mäßig!
00:41:21: Genau
00:41:22: dieses Projekt angehen und wir haben uns leider ganz, ganz toll zerstritten und haben das nicht weiter verfolgen können gemeinsam und das hat mich schockiert oder auch in eine Situation gebracht wo ich nicht mehr wusste, wie ich dann weitergehen soll weil ich selber nicht produzieren konnte und auch nicht gut alleine schreiben konnte wollte.
00:41:46: Und dann angefangen habe mit verschiedenen anderen produzierenden Personen immer wieder zu versuchen zusammenzuarbeiten und auch viele sehr negative Erfahrungen gemacht haben.
00:41:54: Viele Erfahrungen im deutschen Raum vor allen Dingen in denen mir gesagt wurde dass sich die produzierende Person unwohl führt oder der Produzent Das muss ich dazu sagen, der Produzent.
00:42:06: Bewusst nicht?
00:42:08: Genau, sich unwohl damit fühlt wenn ich über Männer singe oder schreibe... Also es ging ganz viel um meine Queeridentität und wie die gerne vielleicht übersprungen übersehen werden sollte.
00:42:25: Verdeckt!
00:42:27: Was meine Stimme ganz neu angegriffen hat weil ich eh in einem Raum befunden habe indem ich nicht trainiert war, mir bewusst war, dass meine Stimme nicht super stark war zu dem Zeitpunkt und dann aber auch noch meine Stimme verlor im metaphorischen Sinne.
00:42:49: Und echt gehadert habe und dachte, wie kann ich das machen?
00:42:52: Kann ich das
00:42:53: tragen?".
00:42:53: Und mich oft sehr alleine gefühlt habe!
00:42:56: Dann hatte ich eine Session mit Chris Steininger und Sarah Hartmann wo wir Utopia geschrieben haben Initial Moment und diesen Song hat ein Team in England gehört, Stephen Fitzmorees.
00:43:09: Ganz ganz toller Ingenieur Und das Team hat dann Interesse geäußert mit mir zusammen zu arbeiten und eben einen Album zu machen.
00:43:20: Es
00:43:20: ist ja durchaus ein sehr großer Produzent.
00:43:22: Sag mal wen der so produziert hat?
00:43:24: Genau der arbeitet mit Sam Smith, mit Alicia Keys, mit Zeel... Ja vielen großen
00:43:32: Aber auch
00:43:34: ein weißer Zismann.
00:43:35: Genau.
00:43:37: und aber ich wusste zu dem Zeitpunkt, Ich bin durch mit weißen Personen zu schreiben Und es war dann ganz klar das für alle Writing Sessions aktiv in London schwarze oder queere Menschen zusammengesucht wurden und Das war wunderschön und ich habe
00:43:56: das heißt diese Geschichte war schon der sozusagen dein erster Dip into London.
00:44:02: Genau, ab im Jahr zwanzig habe ich nur noch in London geschrieben mit der Ausnahme von Antonia die damals auch das Projekt NOVA hatte.
00:44:11: Das ist so meine enge-engere Person hier in Berlin aber ansonsten nur nach London und ich will nicht mehr nach diesen ganzen Erfahrungen in Berlin schreiben und polizieren aufnehmen.
00:44:23: Und Ich war sehr stark nervös Und habe mich nicht so richtig getraut, mich selber zu äußern.
00:44:34: Weil die Personen mit denen ich an dem Album geschrieben habe alle so wahnsinnig erfolgreich waren und Ich hab das gemerkt dass ich mich da teilweise ein bisschen klein gemacht habe.
00:44:43: und wenn ich mich jetzt auch Das Album angucke bin ich sehr dankbar weil ich sehr viel gelernt habe von vielen personen diese Erfahrungen hatten Aber gleichzeitig noch nicht so für mich eingestanden habe wie ich es dann Für das nächste Projekt die switch up ip gemacht habe.
00:45:00: Und ich bin aber für immer dankbar für Utopia, weil dieses Album überhaupt erst für mich erlaubt hat nach England zu gehen dort anzufangen zu schreiben und im Nachhinein des Albums zu sagen ey!
00:45:17: Ich hab aber wirklich was zu sagen und auch wirklich eine Stimme und ich hab die inzwischen über diese zwei Jahre drei Jahre einem Album zu arbeiten Die Stimme, an der Stimme richtig viel gearbeitet und jetzt kann ich sie auch aktiv benutzen.
00:45:33: Und dann kam quasi die sweatshop-IP und ist für mich so sehr zentral beim eigenen Schaffen.
00:45:39: Also die ist eigentlich ein bisschen wichtiger als Utopia?
00:45:42: Für Michael!
00:45:45: Wenn ich mir Utopia anhöre und ansiehe, dann merke ich aber schon du bist viel greifbarer geworden als künstlerische Persona.
00:45:56: Es ist viel mehr irgendwie einen aus einem Guss.
00:45:59: Man merkt, dass diese Mode-Fashionkomponente dazukommt.
00:46:04: Das ganze Album hat eine stärkere Dramaturgie und viel intensivere Storytelling mehr Produktionsdiefe, mehr Layers bei.
00:46:13: ein Pressetext sagt mehrere Songs von Utopia entstanden in einer engen Clubtoleite des Berliner Bergheims.
00:46:23: was war denn da?
00:46:24: Ja, interessant.
00:46:26: Ich weiß nicht ... Das
00:46:27: schreit ja nach einer Nachfrage!
00:46:28: Was passiert
00:46:29: denn da so?
00:46:31: Auf ner Clubtoilette im Berg rein.
00:46:33: Nee
00:46:34: es ist so witzig weil da stehen die Songs entstanden auf der Clubtoile und dann dachte ich das wahrscheinlich einfach mit dem Notizblock dort...
00:46:42: Ne ich hab meinen kleinen Focus-Ride mitgebracht und
00:46:45: haben
00:46:47: angefangen auf Ableton die Songs zu schreiben.
00:46:51: Ja, ich glaube für mich gab es einen Moment in dem Berghain einfach wichtig war und ich weiß dass auch ein Jahr war in dem ich mach selten neueres Resolutionen.
00:47:05: Und dieses Jahr hatte ich die Resolution das sich mehr ausgehen möchte und mehr loslassen möchte weil ich so sehr ... regide an so einer Idee von Karrierefestgeheiten habe, die sich aber gar nicht so sehr entwickelt hat.
00:47:21: Und ich so gemerkt hab, eigentlich verliere ich mich damit so ein ganz bisschen und ich möchte wieder zu mir zurückkommen... ...und im Berghain findet das manchmal für mich statt, weil ich so unbeobachtet loslassen kann.
00:47:36: Vor allen Dingen als nicht nur als musizierende Person im öffentlichen Raum,... ...aber vor allem auch als schwarze Person ich selten Momente habe indem ich... unbeobachtet bin und es da diesen einen Moment gibt, wo ich so ganz in mir selber bei mir selbst fühlen kann.
00:47:53: Und das heißt Themen dort sind entstanden und Songs sind dort entstanden die vom Loslassen sprechen, vom Weitergehen, vom Zusammenkommen weil meine engsten Freundinnen sind Personen mit denen ich dort auch statt finde Das ist wichtig zu sagen, auch außerhalb des Berghains stattfindet.
00:48:14: Also das sind die guten Freundschaften, die dann auch langweilig gemeinsam irgendwo rumlungern und was gucken oder was essen oder miteinander reden.
00:48:28: Aber ja, Berghain war für mich eine wichtige Aktivierung meines Selbstes.
00:48:34: Wenn du so vom Lost sein sprichst in dieser Zeit?
00:48:38: Hat das auch damit zu tun?
00:48:40: oder dass du sozusagen, dass sich diese Karriereverstellung nicht so bewahrheitet hat?
00:48:45: Dass dir ein bisschen an Vorbildern gefehlt hat in der Musikindustrie.
00:48:50: Dass du das Gefühl hast ich muss mir den Weg als schwarze queere Person alleine ebnen und es ist so anstrengend und schwierig.
00:48:57: Ja Vorbilder auf jeden Fall und auch Peers.
00:49:00: also.
00:49:02: Ich habe in Berlin seltenes Gefühl gehabt, so eine Gruppe zu finden wo ich denke, wir können uns connecten.
00:49:09: Und hab dann um mich herum gesehen wie andere Musikerinnen die meiner Meinung nach ziemlich langweilige und auch schlechte Musik gemacht haben permanent neue Aufträge und Verbindungen mit den richtigen Leuten abgehangen und zu den richtigem Events eingeladen wurden.
00:49:31: Woran liegt es, dass das bei mir nicht so stattfindet?
00:49:35: Und... Das ist zum Beispiel noch ein sehr schnell, sehr anders gewesen.
00:49:43: Es hat auf jeden Fall damit zu tun, dass es einfach viel mehr Repräsentationen in der Musiklandschaft so gibt.
00:49:49: Dass man sich viele Zugehöriger fühlt und auch das Gefühl hat, man wird besser verstanden und besser gehört und muss nicht alles tausendmal.
00:49:55: diesen Kartoffelgesicht erklären?
00:49:57: Genau.
00:49:58: Viele Leute haben immer wieder Angst, dass wir mit unseren Geschichten kommen und es alles so schwer ist.
00:50:04: Ich bin nur weil wir darüber reden.
00:50:06: heißt das nicht, dass sie keinen Interesse daran haben Spaß zu haben und Lust zu lassen.
00:50:10: Im Gegenteil viel mehr sogar noch!
00:50:13: Gerade wir haben Lust einfach eine gute Zeit zu haben.
00:50:18: David Bowie hat einen Satz gesagt Oder es gibt so ein Zitat von ihm, was ich vor ein paar Tagen gelesen habe und was ich irgendwie mal mit dir besprechen wollte.
00:50:27: Er hat gesagt wenn du dich in dem Bereich, indem du Arbeit ist sicher fühlst dann arbeitest du nicht im richtigen Bereich.
00:50:33: Gehe immer etwas weiter ins Wasser als du's für möglich hältst.
00:50:37: Geh ein wenig über die Tiefe hinaus Und wenn du das Gefühl hast dass deine Füße den Boden nicht ganz berühren Dann bist du genau richtig um etwas Aufregendes zu tun.
00:50:46: Würdest du da mitgehen?
00:50:48: Ja nein Ich glaube ja.
00:50:50: im Sinne von Nina.
00:50:52: Simone hat gesagt, es ist die Aufgabe einer Künstler in die Zeit zu reflektieren und da würde ich stark mitgehen.
00:51:02: Ich habe das Zitat tatsächlich auch auf dem neuen Album auf einem Song Und um das zu machen musst du dich selber herausfordern und Du musst weiter gehen und du musst ins kalte Wasser springen und du muss über den Tellerrand hinweg sehen weil wir befinden uns in unserer zeit.
00:51:21: Es ist super schwer, wenn wir uns nicht herausfordern Perspektive zu finden und zurückzuschauen und Dinge einzuordnen.
00:51:31: Das heißt da würde ich auf jeden Fall mitgehen.
00:51:33: Wenn es um Kreativität geht will ich dem bisschen widersprechen.
00:51:38: Ich finde es gibt Momente und ich hatte das vor zwei Wochen als ich jetzt im Studio war Momente in denen mir meine Kreativity komplett offen steht Und ich fühle das.
00:51:50: In dem Moment weiß ich, egal was ich jetzt mache.
00:51:54: Ich weiß dass ich etwas richtig richtig Gutes schreibe und das sich gerade so ist wie so ein Trog in dem meine Kreativität drin ist und ich kann konstant schöpfen und schöpfe.
00:52:05: Und es passiert nicht immer und es ist zeitabhängig.
00:52:09: aber wenn es stattfindet dann fühlt sich das sehr gut an und sehr wohl und ich finde das ist ein sehr komfortabler Moment und dann kannst du theoretisch und und lyrisch und et cetera weiter rausgehen und Sachen wagen.
00:52:26: aber ich würde nicht sagen dass das sich unangenehm fühlt.
00:52:28: Ich würd' sagen, dass Du weißt, Du kannst es jetzt gerade machen und Du kannst dahin springen und Du kannst es ausprobieren und wenn's nicht klappt ist egal weil man kann ja noch nach links und rechts und überall hingehen.
00:52:39: Das würde ich vielleicht noch hinzufügen.
00:52:41: also Wenn ich richtig verstehe, meinst du man braucht eine Form von Selbstsicherheit.
00:52:46: Und es vielleicht Safe Space sogar auch in dem man kreativ sein kann und sich was trauen kann.
00:52:50: Ja, das stimmt total.
00:52:53: Sweatshop!
00:52:56: Gut gut ist einer meiner Lieblings-Songs zu denen mich schon sehr viel getanzt habe vor allen Dingen im letzten Jahr nachdem ich auf deinem Konzert war.
00:53:06: erzähl mir noch mal warum ist diese Episode wichtig für dich?
00:53:10: Erst mal, gut Gott, schlimmster Song live zu spielen.
00:53:14: Das glaub ich gerne!
00:53:16: Haste es, diesen Song zu spielen... Da brauchst du ein paar
00:53:21: Atmungsgeräte.
00:53:22: Wirklich?
00:53:25: Das ist die klassische Situation, die wir vorhin... Off Mike schon besprochen haben, dass man dann so Songs schreibt im Studio und sich leider nicht so richtig Gedanken drüber macht wie man es dann live.
00:53:35: So sehr!
00:53:36: Ach ja egal...
00:53:38: Die Lösung ist der Backgroundcore, weißt du?
00:53:42: Und ich hatte früher meinen Pianist mit dem Spiel hergearbeitet, hat background walkers gemacht und das war toll weil ich immer sein wollte.
00:53:48: Macht das ja so mal.
00:53:50: Mach du das mal?
00:53:50: Genau!
00:53:52: Ray macht es so toll, Ray ist so smart, sie hat so... Also dass sie immer mit so einem großen Chor auf der Bühne ist, macht so viel Sinn weil sie immer wieder auch was abgeben kann und ihr Songwriting auch so ineinander fließt.
00:54:04: Egal, das ist ein anderes Thema.
00:54:06: Tolle Person.
00:54:07: Das
00:54:08: ist ja eine finanzielle Sache
00:54:09: muss man auch sein.
00:54:10: Es ist ne Wahnsinnig aber to be fair Sie macht Zeit auch Und es ist auf jeden Fall auch für sie eine Investition im Moment mit so einem großen Orchester und Chor auf die Bühne zu gehen, was ne Person wie Adele zum Beispiel nicht macht.
00:54:24: Und ich bin so... That's a choice!
00:54:28: Und deswegen sitzt der drei Jahre lang alleine in ihrer Villa und macht was auch immer und Ray is am Schuften.
00:54:36: Egal.
00:54:37: Andres Thema?
00:54:39: Swatch Shop war für mich wichtig weil Der erste Moment war, in dem ich überlegt habe mit Musik aufzuhören.
00:54:47: Und das ist ein wichtiger Moment, der sich gut angefühlt hat, weil es für mich dann eine klare eigene Entscheidung war weiter zu machen und mit diesem Projekt weiterzumachen.
00:55:00: Und der Name des Projektes sagt es schon, sweatshop bedeutet oder weist auf eben an einer Ausbeutungskultur hin und eine Kultur in der singende, schreibenden Person sich mehr oder weniger zu Grunde arbeiten.
00:55:23: Und sehr viel Geld entsteht, das aber nicht in die eigenen Taschen fließt.
00:55:30: Das war ne Auseinandersetzung mit dieser Realität herauszufinden.
00:55:35: Ich bin in diesen verschiedenen Vertragssituationen ... Es gibt verschiedene Positionen, Geld machen wollen mit meinem Projekt und es bleibt aber nichts hängen.
00:55:45: Und warum ist das so?
00:55:48: Warum mache ich das, warum entscheide ich das
00:55:50: weiterzumachen?".
00:55:52: Und dann kam aber hinzu – und das war das übergreifende Thema der ganzen EP – dass sich unbedingt über Sex reden wollte.
00:56:03: Ich wollte über Sex aus einer Perspektive reden von einer Person die sehr früh in meinem Leben Oder ich wurde sehr, sehr früh in meinem Leben sexualisiert.
00:56:13: Ah als schwarze Person aber auch als Schulermann und bin aber auch habe eine sehr starke sexuelle Energie.
00:56:23: Und meine sexuelle Energie ist gleichgeschaltet mit meiner kreativen Energie.
00:56:29: Wenn meine kreative Energie mir sehr offen steht, ist meine sexuellen Energie auch on fire!
00:56:35: Das passiert immer sehr im gleichen Wellen.
00:56:40: Und das heißt, es gibt etwas in mir was ich liebe und schätze.
00:56:45: Und nach Außentragen möchte und teilen möchte... ...und dann gibt es aber auch eine Außenperspektive die etwas auf mich draufprojiziert.. ..und mir häufig sehr schwierige Situationen bereitet hat.
00:56:58: Das heißt, dass es angefangen ist damit, dass ich eben gedacht habe Ich möchte gerne darüber reden und aus den verschiedensten Perspektiven über Sex- und Ausbeutung reden Möchte.
00:57:10: Es hat sich so irgendwie was in meinem Kopf das totale Sinn gemacht, es gleichzeitig zu denken weil es so gleichzeitig passiert.
00:57:18: gerade der Musikindustrie werden junge Pop-Personen so früh so stark sexualisiert und sexuell dargestellt und wenn ich um mich herum geguckt habe und so junge junge vor allen Dingen Frauen in der Musiklandschaft die überhaupt aus sich heraus gar nicht diese Energie mitbringen und es so von außen aufgelegt wird.
00:57:41: Und dann bin ich aber da, der totales Interesse daran hat das zu kommunizieren und mitzuteilen und aber dass nicht gefolgt ist weil Ich zu queer dafür bin und queerness immer noch nicht hier Embraced wird und aber gleichzeitig als schwarzer Mann generell oft sexualisiert werde.
00:58:08: Und dann hat es so begonnen und ich wusste von Anfang an, ich möchte Sex Songs wegen des Themas Sex Songs machen mit Interludes.
00:58:17: Ich möchte das die alle ineinander übergehen können.
00:58:20: Ich möchte dass sie alle ineinander übergreifen auch und ich möchte unbedingt eben von dem positiven berichten als auch dem Abgelenkten, von den Gelangweiten.
00:58:36: Von dem Negativen... Also einfach ganz facettenreich darüber reden was es eigentlich bedeutet als sexuelle Person zu existieren und hab deswegen zum Beispiel auch die Lorelei mit reingebracht Die Lorelei, die Femmverteil, die immer wieder von außen sexualisiert wurde, von Männern ausgebeutet wurde die am Ende vertreufelt wird für ihre Desirability.
00:59:07: Und genau so habe ich mich auch gefühlt und... Ist das der
00:59:10: Sirens?
00:59:12: Genau, es ist Sirens referiertes.
00:59:14: und dann gibt's ein Interlude, das heißt Tender glaube ich.
00:59:18: oder müsste ich nochmal nachgucken.
00:59:21: Da ist das Gedicht quasi gesprochen über Musik.
00:59:28: Das war für mich wichtig, weil auch zum Beispiel am ganzem Anfang als ich gerade angefangen habe Songs zu schreiben wollte.
00:59:35: Ich wollte damals schon ein Song darüber schreiben wie ich Menschen in meiner Vergangenheit verletzt habe, weil sie sehr viel Lust auf mich entwickelt haben aus verschiedensten Gründen und ich das nicht wiedergeben kann und konnte Und wie viele Männer deswegen, wie vielen Männern es sehr schlecht ging.
01:00:01: Für mich war das eine negative Erfahrung und ich war so, ah, ich möchte gar nicht in dieser Position sein... ...und hab das kommuniziert und vom Label kam zurück.
01:00:09: Niemand kann sich damit identifizieren!
01:00:11: Niemand fühlt sich so gut!
01:00:13: Niemann fühlt sie sich da dritter!
01:00:14: Aber hey, das ist ja egal!
01:00:16: Weil's ist einfach ne Perspektive und für mich ist eben Relatability so irrelevant.
01:00:23: Weil ernsthaft, als Künstler ist mir Relatability in dem Sinne irrelevant das nicht nach vorne bringt.
01:00:32: Das erzählt keine neuen Geschichten und mich interessiert es nicht.
01:00:34: Es ist manchmal total schön – ich finde, es gibt einen totalen Platz dafür über Themen zu beschreiben die wir alle nachvollziehen können, die wir aller erlebt haben.
01:00:42: aber gleichzeitig ist es so toll von Leuten zu hören, die Welt anders und neu entdecken und erfahren.
01:00:49: und das was ich auch machen möchte.
01:00:53: Und es war damals schon so ein Dämpfer.
01:00:55: Mit Spudger habe ich das nach vorne wiedergebracht und war so, jetzt ist meine Zeit darüber zu
01:01:00: schreiben.".
01:01:03: Das ist ja auch deshalb total interessant, weil das Problem, was du beschreibst, ist eigentlich eins, was ich kenne als Frau-und weiblich gelesene Person.
01:01:13: Also dass ich beurteilt werde über die Art und Weise wie ich mich kleide... ... wird eine sexuelle Verfügbarkeit abgedeitet.
01:01:21: Das ist ja eigentlich auch ein bisschen das, was du beschreibst ne?
01:01:23: Also ich... Du setzt dich mit diesen Themen auseinander,... ... aber du willst trotzdem nicht mit allen sterben!
01:01:29: Ja hundertprozentig genau und ich möchte mich auf eine gewisse Art und Weise bewegen und anziehen... ...und es ist aber keine Einladung.
01:01:38: Interessant.
01:01:40: Es ist also eigentlich komplett gespiegelt auf einer Art.
01:01:44: Leaning spiegelt als Künstlerpersona deine Sehnsüchte und Träume.
01:01:48: Du sagst, das ist die Version von mir, die radikal sein darf.
01:01:52: Jetzt haben wir es gerade schon so ein bisschen besprochen.
01:01:54: liegt in dieser Radikalität auch eine Art Widerstand mit dem du für dich und dein Queersein und Schwarzsein so in dieser weißen heteronormativen Mehrheitsgesellschaft einstehst?
01:02:06: Ich glaube ich hoffe ja, ich hoffe Ja!
01:02:09: Ich würde diesen dieses Zitat ändern wollen und weniger von einer anderen Person reden als mir, das hat sich stark verändert.
01:02:20: Ich mag es glaube ich nicht mehr so gerne wenn sich Leute von ihrer Künstlerperson abgrenzen.
01:02:26: Das bin ich und wenn überhaupt möchte ich als Person dem auch noch näher kommen und ich möchte als Person auch dem entsprechen.
01:02:34: Das heißt manchmal muss man eben in einem bestimmten Bereich ein paar Schritte nach vorne machen und dann kann ich folgen.
01:02:40: aber ja genau mit Linien kann ich viel ausprobieren Und mich selber ausprobieren, auf der Bühne ausprobierend vor anderen Menschen ausprobiert.
01:02:48: In Bezug zu einem Menschen aus probieren ja
01:02:53: Also du siehst das gar nicht mehr so stark als deine Künstlerpersönlichkeit?
01:02:58: Nein, vor allen Dingen auch so nachdem ich die Haftbefehl Doko gesehen habe und sich dann immer wieder entschuldigt wird mit der eigenen Künstlerperson und was für Fehler gemacht werden, die aber dem zuzuschreiben sind.
01:03:13: Habe ich gemerkt?
01:03:14: Das finde ich total falsch!
01:03:18: Weil das bist trotzdem du.
01:03:21: Ja es ist interessant, dass zu besprechen wie sehr sozusagen die Künstlers Persona dem selbst entspricht und wie sehr nicht.
01:03:30: also ich glaube ich kenne schon auch Leute die sagen Ich brauche diese Personen auch etwas von mir ist, was nicht im Alltag stattfindet.
01:03:39: Um künstlerisch auf der Bühne freier agieren zu können und
01:03:43: mich
01:03:43: loszumachen vom Alltag sozusagen?
01:03:45: Ja dem stimme ich total zu.
01:03:46: aber das ist trotzdem ein Teil von dir und den bringst du ja trotzdem nach vorne.
01:03:51: und so sehr es auch abstrahiert werden kann kannst du dass nicht als eine frei stehende Entität sehen die für die du nicht verantwortlich bist.
01:04:04: Weißt du, was ich meine?
01:04:05: Also wenn du andere Leute verletzt innerhalb dieses Science dann bist das auch du.
01:04:12: Ja ja da hast du natürlich komplett recht.
01:04:14: also gerade im strafrechtlichen relevanten Fall kannst du nicht einfach nur deinen Künstlernamen ins Gefängnis schicken.
01:04:21: Und ich meine auf die Anrat und weiße natürlich Personen in meinem direkten Umfeld kennen natürlich oder kennen Versionen von mir die ganz anders sind als dass was ich auf der Bühne nach Mitbringe, aber es heißt nicht dass das auf der Bühne Nicht eine relevante und wichtige Seite von mir auch ist.
01:04:42: Und gerade Personen die mich auch im privaten kennen Sollten diese Person auf der bühne auch kennen?
01:04:49: Weil das und auch schätzen weil das Einfach ein wichtiger wichtiger Teil.
01:04:55: Es gibt so einen Satz den ich gelesen habe der mich total beschäftigt hat.
01:04:59: da hast du gesagt umso älter Ich werde umso jünger fühle ich mich.
01:05:04: Kannst du mir das mal erklären, wie du das machst?
01:05:08: Auf eine Art verstehe ich das.
01:05:09: Weil jede Person, die du fragst, würde immer sagen ... Ich fühl mich viel jünger als ich bin so.
01:05:16: Also es ist grade.
01:05:17: auch wenn man alt hat gibt's ja immer den Punkt, wo man sagt, hey, ich bin da mal einmal vierzig.
01:05:24: Wie bin ich hergekommen?
01:05:25: Ich fühle mich gar nicht so.
01:05:28: Aber wie ist das zu verstehen in deinem Fall?
01:05:31: Weil ich jetzt erst Anfange mich ganz doll frei in meiner eigenen Person zu fühlen.
01:05:40: Und die Entscheidungen, die ich treffe sehr, sehr autarke und eingeständige Entscheidungen sind.
01:05:48: Das lässt mich so viel freier und jünger fühlen, weil ich verantwortlich für das bin was ich mache und ich es selbst bestimmt leiten kann.
01:06:02: Vielleicht ist es für andere Leute nicht der Fall.
01:06:04: Für mich ist das eine extreme Befreiung und Befreiungen bedeutet, dass ich mich viel einfacher bewegen kann – also auch physisch ernsthaft!
01:06:15: Also ich bin physisch freier und beweglicher als ich es in meinen Anfangs-Zwanzig an war.
01:06:22: Hundert Prozent weil ich damals noch so sehr ah die Räume, in denen ich stattgefunden habe erst kennenlernen musste und vorsichtig war.
01:06:33: Und ich glaube, all solche Sachen spiegeln sich wieder in dem wie du dich hältst im physischen Repräsentationen.
01:06:42: Jetzt habe ich einfach viel mehr Lust, weil die Entscheidung das zu machen was ich mache, hab' ich getroffen.
01:06:50: Das heißt wenn ich auf der Bühne stehe ist es meine Entscheidung!
01:06:52: Ich bin extrem dankbar dafür dass ich das machen kann erst kennenlernen musste und sich das nach Arbeiten angefühlt hat.
01:07:03: Und nach irgendwie aufregen, voll anstrengend auch.
01:07:07: Und Angst, dass man Fehler macht ... Wenn ich jetzt auf der Bühne stehe, habe ich Spaß!
01:07:15: Ich bin so dankbar dafür, dass mich mit diesen ganzen Menschen, die da kommen freiwillig verbinden darf.
01:07:23: Das heißt alles was ich mache... macht mir extrem viel Spaß, zu meiner Familie zu fahren.
01:07:29: Ich habe die Entscheidung getroffen und ich muss da nicht
01:07:30: hinfahren.".
01:07:31: Ich fahre dahin, weil ich das möchte!
01:07:33: Das heißt, wenn ich da jetzt hinfahre, hab' ich eine gute, gute Zeit... Und ich genieße es!
01:07:38: Und ich mach mir keinen Kopf darum, darüber irgendwelche Streits zu haben oder was auch immer, weil man muss sich überhaupt nicht haben.
01:07:45: Ich weiß worauf ich mich einlässe, ich kenne diese Situation und ich treff alleine die Entscheidungen.
01:07:51: Es ist ja auch so ein Privileg des Alters, dieses Zero-Fux-Given.
01:07:55: Wenn man jung ist, ist man so wahnsinnig im Außen und wie finden die mich jetzt?
01:07:59: Und wie sehe ich jetzt aus?
01:08:01: Wie sieht mein Körper aus und wie werde ich wahrgenommen?
01:08:03: Das ist das Schöne, dass man das auch ablegt irgendwann und so denkt, take it or leave
01:08:08: it!
01:08:09: Ich bin einfach extrem dankbar für... Ich lebe wahnsinnigt gerne.
01:08:13: Ich bin sehr, sehr gerne lebendig.
01:08:18: Ich bin so dankbar für alles, was wir erfahren dürfen.
01:08:23: Auch letztes Jahr war ein extrem beschissenes Jahr für mich auf ganz, ganz vielen Ebenen.
01:08:29: War es ein furchtbares Jahr und trotzdem ging's mir gut die ganze Zeit weil ich wusste, ich bin in einer relativ sicheren Situation.
01:08:39: Ich hab Menschen in meinem Leben, denen ich sehr stark vertraue wo ich weiß dass ich auch mal extrem mich fallen lassen kann.
01:08:48: Das ist eine sehr privilegierte Situation, aber das ist auch eine Situation die ich mir stark erarbeitet habe.
01:08:53: Und dann ist es plötzlich auch etwas was ich genieße Traurigkeit zu erleben und ich genießt es zu Schmerzen weil mich das extrem lebendig fühlen lässt.
01:09:06: Es ist eine Erfahrung die wir machen und ich möchte die Erfahrungen machen weil jetzt andere Leute auch machen und Ich möchte auf der Bühne sein mit einem viel größeren Schatz an an eben all diesen Dingen, die ich erleben darf und dann auch erst wirklich kommunizieren kann.
01:09:24: Wenn ich jetzt Songs von traffic songs for the inbetweens spiele sind sie viel reicher weil da soviel mehr Erfahrung mit dazu kommt.
01:09:34: Ja durch Schmerz gewinnen wir ja auch ein Empathie für andere und das ist total wichtig sehe ich absolut.
01:09:42: somit du nachdem ich so viele interviews von dir gelesen hab, Podcast gehört habt.
01:09:48: Deine Songs gehört habt, deine Texte mit deinen Texten ein bisschen beschäftigt habt.
01:09:53: Da habe ich so das Gefühl gehabt dass schon früh so einen Gefühl von Heimatlosigkeit anklingt oder so einem Wunsch nach Zugehörigkeit.
01:10:03: auf deiner ersten EP im Song Home singst du never thought it'd be so hard to find your place in the world.
01:10:11: we all go through our dark times.
01:10:13: no one ever tells you that much.
01:10:16: Auf Utopia gibt's ein Song, der heißt I See It All.
01:10:20: Da singst du You're A Stranger In Your Own Home The Show it Can't Go On.
01:10:25: Gibt es einen Zeitpunkt den Du festmachen kannst?
01:10:30: Wann dieses Gefühl für dich aufkram das erste Mal?
01:10:33: Ich glaub' das war schon immer so.
01:10:37: Also wenn Du als Kind schon immer gefragt wirst wo Du herkommst in ... im Kontext von deinem Zuhause, also dir immer wieder mit genommen wird zu Hause sein zu dürfen.
01:10:55: Dann setzt sich dieses Gefühl nicht ein.
01:11:01: für mich zumindest nicht.
01:11:02: und ich glaube da.
01:11:04: diese Suche ist eine generelle Suche gesellschaftlich weil ich sagen würde dass gefunden habe.
01:11:17: Ich hab ganz viele Zuhause in ganz vielen Menschen so, von denen ich auch einfach weiß... also im physischen Sinne, ich hab Schlüsse für sehr viele Wohnungen wo ich weiß ich kann da jederzeit hingehen was sehr schön ist.
01:11:38: das heißt ich glaube in einem persönlichen habe ich das gefunden.
01:11:42: im Gesamtgesellschaftlichen und so wie ich gerne mir vorstelle, wie ich uns sehen würde noch gar nicht.
01:11:52: und ich finde Deutschland gerade heute ist so wahnsinnig verloren auf eine gewisse Art und Weise.
01:12:03: Und ich sehe sehr viele Menschen die Entscheidungen treffen, die sich gegen andere Menschen richten, die aus so einer Verlorenheit herauskommen.
01:12:14: Und bestimmt auch eine Verlorenheit, weil wir in der Zeit leben.
01:12:17: In der wir alle ein ganz bisschen wissen dass das Klimawandel eigentlich sehr real ist und sich da sehr viel verändern wird.
01:12:26: Wir als Gesellschaft eigentlich viele unserer Privilegien mindern müssen und viele Leute nicht dazu bereit sind und Angst davor haben was es bedeuten kann.
01:12:42: Da aber wieder Räume zu schaffen indem aktiv physisch begegnen ist halt so krass relevant.
01:12:47: Es gibt keine, es gibt so wenig Jugendclubs, es gibts so wenig Funding im Kreativbereich.
01:12:52: und das ist halt genau dass die Kreativerität und Bildung sind Die Träger einer Gesellschaft Und dass das aktiv nicht nur ignoriert wird sondern auch verhindert wird Ist eine bewusste Entscheidung von rechten Kräften die wissen dass in der gesellschaft gebrochen ist viel leichter zu leiten
01:13:12: ist und es entsteht ja Auch eine total große Entfremdung dadurch.
01:13:18: Weil wir auch gar keine anderen Lebensrealitäten mehr kennenlernen, wenn es keine Räume dafür gibt?
01:13:23: Ja und Diskriminierung schweißt nicht zusammen.
01:13:28: Also nur weil alle sich dazu einigen können dass sie was gegen Aussen da haben bringt das sie nicht zusammen.
01:13:38: Das ist zum Burgte.
01:13:43: Jetzt hast du dich ja tatsächlich für einen Breakup entschieden.
01:13:49: Du bist aus Deutschland weggegangen, in dem Sinne dass du nach London gezogen bist.
01:13:55: Und deine neue EP heißt Wulfight und setzt sich total stark mit diesem Thema auseinander.
01:14:02: Ich bin immer so wahnsinnig ... Es hat mich so bewegt diese Musik zu hören und speziell diesen Song zu hören weil du schwierige Themen und ein Thema was für dich schmerzhaft sein muss und so eine alte Wunde sein muss, mit so viel Leichtigkeit und lebensbejahender Musik eigentlich untermalst auf einer Art.
01:14:30: Und es wird so tanzbar und das wird so relatable und ich glaube dass viele Leute die deine Musik hören vielleicht gar nicht wissen was eigentlich politisch dahinter steht.
01:14:40: Ich habe mich ein bisschen mit dem Text beschäftigt.
01:14:41: Du singst in Bullfight.
01:14:43: You're crossing the blurry line.
01:14:45: I keep an eye on the exit sign.
01:14:53: Wo nimmst du die Kraft her, über sowas zu schreiben?
01:15:16: ... so damit nach außen zu gehen.
01:15:18: Also ich weiß, dass es dir ein inneres Bedürfnis ist... ... das hast du ja schon erzählt aber es kostet doch wahnsinnig viel Kraft oder?
01:15:30: Ja, es hat.
01:15:36: Das glaube ich!
01:15:37: Ich bin dir so dankbar dafür, dass du das teilst mit uns.
01:15:41: wirklich weil ich glaube, dass das so wichtig ist,... ...zu sagen in was für einer Not sich gerade auch... ...people of color befinden in diesem Land und wie schwer das einfach ist.
01:15:57: Und wie kompliziert, komplex... Ich bin dir einfach dankbar dafür dass du es machst!
01:16:06: Ich habe keine richtige Frage dazu ausser... Wie du die Energie dafür aufbringst?
01:16:12: Ich hab ein wunderschönes Support-System.
01:16:15: Ich hab so gute Freunde.
01:16:17: So gute Freunde und vor allen Dingen Freunde, die keine Angst davor haben über solche Themen zu reden und auch... Verantwortung darin zu finden.
01:16:29: Vor allen Dingen meine weißen, nicht queeren Freunde in Berlin, die schon so lange da sind, Mia, Emilia ... Die Henrike sehen total was passiert und weisen das auch nicht von sich selber ab, sondern können einfach über die Realität reden.
01:16:56: Das heißt, viele von den Themen bespreche ich einfach immer und ständig.
01:17:00: Und wir besprechen die auch in Rahmen, die nicht traurig sind sondern auf einer Party.
01:17:06: Wie gesagt deswegen finde ich Klub so wichtig und relevant weil du eine gute Zeit haben kannst.
01:17:13: Du kannst dich bewegen, du kannst sich verbinden und trotzdem kannst du auch in Momenten über Dinge reden, die schwer sind ohne dass sie immer schwer sein müssen, weil sie auch einfach Realität sind.
01:17:25: Manchmal ist es so, das Gewicht davon zu nehmen und zu sagen Wir sehen das.
01:17:29: Und wir denken aktiv darüber nach wie wir das verändern können Ohne dass wir das immer halten müssen Ist wichtig und ich glaube Das ist genau das was Ich versuche mit der Musik auch zu machen und zu Sagen Es Wir Müssen Darüber Reden und Wir MüsSen Das Sehen und Wir Müessen Es Aktiv Für Uns In Den Vordergrund Schieben.
01:17:51: Aber Es Muss sich nicht anfühlen Wie eine Last Sondern es kann sich auch anfühlen, wie ein Privileg das machen zu dürfen.
01:17:58: Und darüber zusammenzukommen und zusammenzurücken und zu sagen hey wir wollen was verändern weil wir an einem Welt glauben die so viel schöner sein kann und nicht nur für uns sondern auch für Menschen die das im Moment nicht sehen.
01:18:13: und wenn wir uns Maga angucken als eine Bewegung in den USA die irgendwie so stark hinter Trump stand und wie die gerade auch zerfällt über Entscheidungen von dieser Person.
01:18:25: Und dass jetzt vielleicht auch ein Moment sein kann, wo aufgefangen werden kann uns zu sagen ... Ey ja, ich habe einen Fehler gemacht aber auch aus einer Notwendigkeit vielleicht manchmal heraus oder einem nicht sehen.
01:18:38: Aber es gibt andere Ideen und wir können woanders hingehen.
01:18:42: Ist das was ich machen möchte?
01:18:43: Ich will etwas Schönes in die Welt setzen!
01:18:49: Ich bin dir auch sehr dankbar, weil du mich aufmerksam gemacht hast.
01:18:52: Auf Sanele Moholy!
01:18:58: Ich weiß nicht ob das Menschen wissen die diesen Podcast hören?
01:19:02: Das ist eine nichtbinäre Person, die weltweit für Fotografie, Videokunst und Installationen bekannt ist Und ihre Fotos erzählen ganz viel von Resilienz und Diskriminierung.
01:19:16: Es werden die unsichtbaren von Südafrika, also unsichtbare in Anführungszeichen von Südafrika porträtiert homosexuelle Transgender interpersonen um ihnen einen Wirkungsraum zu geben.
01:19:30: Und ich habe mir eine Dokumentation angeschaut und da kam so ein schöner Satz von dieser Person.
01:19:37: Ich möchte die Menschen einladen sich mit sich selbst frei zu fühlen egal wie hart ihre Situation auch sein mag.
01:19:45: Lasst uns vielen anderen Mut machen zu sagen, wir sind da.
01:19:50: Wir sind bei euch und für uns alle ist es okay so zu sein wie wir sind.
01:19:55: Hast du mit deiner Musik auch so einen empauernden Gedanken?
01:19:59: Ja auf jeden Fall!
01:20:00: Und vor allen Dingen auch mit der Livemusik.
01:20:02: Ich wünsche mir sehr dass ich mehr live spielen darf und vor allem mehr Zeit habe auch live Musik zu entwickeln und zu denken weil diese Räume finden manchmal kurz nur statt und du gehst zu einem Konzert und dann findet es statt.
01:20:20: Und dann gibt's vielleicht irgendwie einen Meet and Greet oder Merch-Stand, und dann ist das vorbei.
01:20:27: Ich glaube was es manchmal braucht ist etwas, was davor passiert oder danach passiert wo wir uns weiterkonekten können.
01:20:37: Und ich glaube manchmal als Person auf der Bühne ist es anstrengend danach noch weiter sozial zu sein und so Und ich meine auch gar nicht, dass ich überall stattfinden muss.
01:20:44: Aber das vielleicht angeboten wird, dass es noch danach eine Listening-Session gibt oder einen aufeinander zukommen.
01:20:53: Weil zu einem Konzert einer Person zu gehen, die sehr klar politisch ist bedeutet, dass da andere Personen kommen, die ähnlich denken und ähnlich fühlen.
01:21:03: Das ist eigentlich so wunderschön!
01:21:04: Man kann sich so toll begegnen.
01:21:07: Ich würde gerne diesen Raum verlängern größer machen, weil so viele andere Räume wegfallen und als Alternativen geben muss zu der Club-Landschaft.
01:21:19: Weil die auch nicht für alle Personen sind.
01:21:23: Es muss Räumen geben in denen keine Drogen genommen werden, es muss Röme geben, in denen kein Alkohol getrunken wird, alles Mögliche geben, indem wir uns wieder physisch begegnen können.
01:21:36: Das ist auch so schön!
01:21:37: ... groß geworden bist in so einem lebendigen Begegnungsraum und jetzt willst du selber welche schaffen.
01:21:45: Ja, langsam fühle ich mich auch bereit.
01:21:47: Lange habe ich mich überhaupt nicht vorbereitet.
01:21:48: Ich
01:21:49: glaube es ist ja auch eine total große Verantwortung die man... Und vor allen Dingen du setzt dich ja auch den Geschichten der Leuten aus muss man ja auch sagen.
01:21:57: also das ist ja noch nicht so einfach.
01:21:59: wenn du mit deiner eigenen Diskriminierungsgeschichte rausgehst kommen Leute auf dich zu erzählen dir auch ihre dass es ja auch nicht immer einfach ne?
01:22:07: Weil es tut mir auch weh.
01:22:12: Jetzt bist du schon eine ganze Weile in London und du hast dir den Schritt dort hinzuziehen bestimmt auch nicht leicht gemacht.
01:22:18: Wie fühlt sich es jetzt anfällig?
01:22:20: Das ist wunderschön, ich liebe die Stadt!
01:22:23: Ich muss dazu sagen weil ich wirklich nicht lieben möchte.
01:22:26: das ist wahnsinnig teuer.
01:22:28: ich bin extrem verschuldet also wirklich schlimm schlimm und auch so teilweise ein bisschen prekär.
01:22:37: aber trotz dessen oder gerade deswegen merke ich, wie sehr ich dort sein möchte und muss.
01:22:46: Weil es so komplex und schwierig ist – und das wäre sehr leicht hierher zurückzuziehen und eine Sicherheit zu finden – aber die Menschen, die ich in London gerade kennenlernen darf und mit denen nicht zusammenarbeiten darf sind so toll!
01:23:02: Und ich werde gerade erwachsen.
01:23:05: Ich finde das ganz toll.
01:23:06: Ich wollte immer erwachsen sein.
01:23:09: Ich liebe es, erwachsen
01:23:10: zu sein.
01:23:11: Ich wollte immer erwachsen sein!
01:23:13: Ich war einfach nie ein Teenager oder so irgendwie... ich habe mich immer älter gefühlt und jetzt führe ich mich langsam in den Spiegel und erkenne mich.
01:23:24: Und das ist wirklich toll, ich liebe das.
01:23:27: Das ist richtig
01:23:29: schön.
01:23:31: Also mich interessiert auch als musikschaffende Person wie ist denn die Industrie in London?
01:23:36: Was ist denn anders als hier?
01:23:39: Also die muss ich gerade noch kennenlernen.
01:23:41: Jetzt auch aktiv, weil ich aus meinem Vertrag mit meinem Indie-Label raus bin oder mehr oder weniger.
01:23:48: Das heißt jetzt entstehen neue Gespräche.
01:23:51: Du hast ja auch einen Verlag in LA und... Genau,
01:23:54: Verlag!
01:23:55: Und in London.
01:23:55: ...und hast eh so ein internationalen Approach an deine Musik ne?
01:23:58: Also das ist sozusagen London auch als als anderer Ausgangspunkt für einen internationaleren Staat in einer Karriere?
01:24:05: Ja, ich bin viel mehr im Kontakt mit Personen, die mich einfach inspirieren musikalisch.
01:24:12: Und so ... Die Projekte machen, woanders hindenken und keine Angst haben Sachen auszuprobieren, musikalische Anders zu klingen... Ich glaube das ist das was ich ganz dringend brauchte.
01:24:28: Leute, die mir herausfordern!
01:24:32: Und du hast natürlich wahrscheinlich dadurch, dass die Gesellschaft auch einfach anders aufgestellt ist und wahrscheinlich auch internationaler aufgestellt ist als hier in Deutschland.
01:24:42: Vermutlich auch mehr POC-Leute mit denen du arbeiten kannst?
01:24:46: Nee,
01:24:47: ich mein das war der Grund, weswegen ich da hingezogen bin.
01:24:49: Ich brauchte das für mich, für meine Existenz.
01:24:52: Ich wollte das dann auch in meine Musik mit reinbringen.
01:24:56: Die ersten zwei Shows, die wir jetzt in London gespielt haben, habe ich mit einer neuen Band gespielt und die drummende Person ist queer and black und die cellistin ist queer an black.
01:25:06: Und es ist genau das was ich wollte nicht nur in der Repräsentation auf der Bühne und auch in der Authentizität meines Projektes.
01:25:15: dadurch sondern einfach auch im Storytelling macht es so viel Sinn weil unsere eigenen Geschichten mit.
01:25:22: Und wenn ich das präsentiere, können sie hinzufügen und gerade im musikalischen Musik ist so besonders weil Musik mit jeder Entscheidung.
01:25:33: es sind alles Entscheidungen.
01:25:35: du schreibst etwas du baust etwas jede Not ist eine Entscheidung und diese Entscheidungen sind alle informiert von dem von unserem Hintergrund und wie wir aufgewachsen sind wer wir sind.
01:25:48: Und das jetzt mit diesen Personen neu auf die Bühne bringen zu dürfen ist so wunderschön.
01:25:54: Du musst denen vermutlich auch einfach nichts erklären?
01:25:58: Nein, wir können ganz woanders anfangen!
01:26:02: Du hast auf diesem Queer Music Festival... Da gab es einen Moment, wo du nochmal auf die bühne geholt wurdest und ich weiß nicht mehr genau worum es ging.
01:26:11: Es ging irgendwie darum wie geht das weiter mit der Musikindustrie oder so?
01:26:18: Es war so eine kritische Frage und du hast dann gesagt, naja... ...wollte mir das eigentlich aufschreiben weil ich das auch so witzig fand.
01:26:27: Du hast gesagt, naja... Dadurch dass es mit der Musikindustrie gerade irgendwie alles so den Bach runtergeht oder sich so neu sortiert habe ich den Eindruck, dass die ganzen Kunstschaffenden auch grade alle machen was sie wollen.
01:26:41: Hundevoll zählen!
01:26:42: Oh mein Gott immer noch
01:26:43: Kannst du das ein bisschen erklären?
01:26:46: Ja, ich glaube Es ist so schwer, Geld zu machen mit Musik.
01:26:50: Und selbst als eine Person, die relativ erfolgreich ist mit Streaming
01:26:54: etc.,
01:26:56: fällt alles weg.
01:26:57: Meine Tour mache ich Minos et cetera.
01:27:00: Also weißt du so?
01:27:01: Das ist extrem schwer ... ... Geld zu tun mit Musik und es geht
01:27:06: allen
01:27:06: so.
01:27:07: Es geht allenso!
01:27:08: Und das ist gruselig und schwer.
01:27:11: aber gleichzeitig wenn Du die Entscheidung triffst und das meint ich vorher schon auch mal diese aktive Entscheidung etwas zum
01:27:16: Machen Ich
01:27:18: bin noch nicht fertig damit.
01:27:22: Aber dadurch, dass es schwierig ist, was zu machen, zählt für mich zumindest dieser Druck einen Pop-Ding zu machen oder den Hit zu schreiben oder was auch immer komplett weg, weil ich so bin... Es ist total egal!
01:27:34: Ich kann machen, was ich möchte und das erlaubt so viel Freiheit.
01:27:41: Und ich glaube viele geilere Sounds ... paar Songs, die ich geschrieben habe haben keine Chorus mehr.
01:27:49: Die fließen ineinander über machen aber komplett Sinn meiner Meinung nach und das ist so
01:27:57: befreiend.".
01:27:59: Ja auch diese ganzen Dinge wie man früher Promo gemacht hat für ein Album oder so?
01:28:06: Das ist ja alles aufgeweicht.
01:28:08: Also es gibt dann Leute wie Beyoncé, die einfach sagen so ich hab mal Album gemacht übrigens könnt ihr jetzt streamen Die Stimme ist jetzt wieder da,
01:28:20: trotz Energie.
01:28:22: Ich liebe
01:28:23: Sie!
01:28:26: Wenn man bedenkt, wie das früher war als noch physische Tonträger gab und man dann halbes Jahr vorher angefangen hat ... Und auch wie Dinge rezensiert und überhaupt rezipiert werden.
01:28:36: heute es gibt irgendwie immer weniger Regeln, die Dinge zu sein haben was auf einer Art gut ist aber auf eine Art halt auch echt schwierig Weil du es dir selber schaffen musst und weil du eine krasse Resilienz mitbringen musst.
01:28:51: Ja, ich glaube aber da jetzt und ich suche ... Das ist meine Aufgabe dieses Jahr, aktiv in einem Team zu suchen.
01:29:00: Das Interesse daran hat diese Welt mit mir zu schaffen die unabhängig davon stattfindet ob du jetzt im Pop-Olymp aufsteigst sondern aktive Räume schafft.
01:29:13: Und das ist etwas, was ich hier in London lerne.
01:29:15: Häufende Künstler in London machen nichts, ohne dass es ein Budget gibt.
01:29:20: Auf keinen Fall!
01:29:21: Das heißt das wird sich beworben für Fundings und Grants.
01:29:25: Und wenn die da sind dann wird entschieden.
01:29:28: so und so viel kann ich leisten für den Preis, den ich habe, für das Geld was ich habe...und so ist das auch.
01:29:34: Und das finde ich extrem inspirierend und ich möchte gerne Räume schaffen, die funktionieren weil klar ist es gibt so einen Budget wir können das und das machen, das ist der Scope of it.
01:29:46: Damit können wir weiterarbeiten, so.
01:29:49: Und wirklich aktiv eine Community schaffen und nicht nur eine Community in diesem ... Ich finde das Wort wird sehr viel umhergeworfen, sondern eine Community die bei Null anfängt wo man sagt okay, wir bringen das und dass auf die Beine ist es gibt einen physischen Ort oder es gibt verschiedene physische Orte.
01:30:10: ihr könnt da hinkommen, ihr könnt wiederkommen und umso öfter ihr kommt umso mehr werdet ihr ähnlichen Leuten begegnen, neuen Leuten begegneten und wir können gemeinsam vielleicht neue Dinge denken.
01:30:23: Und da so ein Team würde ich gerne für das neue Projekt finden.
01:30:28: Apropos neues Projekt?
01:30:30: Was kannst du uns neugierigen Menschen schon verraten?
01:30:34: wie geht es weiter mit den Dingen?
01:30:37: Also für Personen die zu meiner Tour kam gab es schon mehrere Songs zu hören für dich, auf Mike bestimmt auch.
01:30:51: Für alle anderen werde ich mir Zeit lassen.
01:30:57: Die Sounds sind sehr komplex.
01:31:01: Ich glaube, ich habe Interesse daran keine sehr einfach zu konsumierenden Sachen mehr zu machen nur oder nicht mit dem Gedanken zu arbeiten auf jeden Fall Und es wird sehr viel Spaß machen.
01:31:16: Es macht mir sehr viel Spass, gerade zu schreiben und ich möchte, dass sich das übersetzt.
01:31:25: Ich bin sehr gespannt!
01:31:26: Ja... Ich danke dir richtig, richtig, däufe deine Zeit und für dieses Gespräch.
01:31:31: Ich
01:31:31: dir auch.
01:31:31: Ich mache jetzt das Mikrofon aus und dann möchte ich dir eine große Umarmung geben, darf ich das?
01:31:35: Yeah, let's do it!
01:31:51: Vielen lieben Dank, wenn ihr bis hierhin zugehört habt.
01:31:54: Nachdem das Mikrofon aus war, durfte ich noch ein paar aktuelle Demos und neue Musik hören – und ich kann euch verraten!
01:32:01: In Zukunft ist noch einiges von Linning zu erwarten.
01:32:03: In den Shownotes findet ihr wie immer alle Infos zum meinem Gast und diesem Podcast.
01:32:08: Schön dass ihr dabei wart.
01:32:10: Bis bald und alles Liebe Janda.
Sonny
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